Gesellschaft

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Was macht das Leben in der Gemeinschaft aus?

Wir entwickeln uns alle in sozialen Gruppen und Gemeinschaften. Sie formen unsere Kultur: Prinzipien, Normen, Sprache, Verhalten, das Verhältnis zur natürlichen Umwelt usw. Wir, also Menschen als Teil einer Gesellschaft, erwarten Teilhabe am Wohlstand, die Gewährleistung von Sicherheit und Entscheidungsmöglichkeiten. Das Konzept einer nachhaltigen Entwicklung der Gesellschaft beruht darauf, im eigenen Entwicklungsprozess und bei der Befriedigung eigener Bedürfnisse auch die Möglichkeit der Entwicklung und Bedürfnisbefriedigung zukünftiger Generationen zu berücksichtigen.

Abhängigkeit zwischen nachhaltiger Entwicklung und gesellschaftlichen Aspekten

Nachhaltige Entwicklung will in ihrer Idee gesellschaftliche Gerechtigkeit erreichen. Dies ist möglich in pluralistischen Gesellschaften. Das heißt, Menschen sind sich Ihrer Einflussmöglichkeiten auf das Geschehen bewusst, wissen, dass Ihre Stimme bei Entscheidungsfindungen Gewicht hat und dass das Recht auf Grundlage des Gleichheitsgrundsatzes ausgeführt wird. Ein Schlüsselelement nachhaltiger Entwicklung ist deshalb die Ermöglichung der Teilhabe aller Menschen, die von einem bestimmten Projekt, Vorhaben usw. betroffen sind.

In UN-Dokumenten wird generell hervorgehoben, wie wichtig lokale Aktivitäten auf partnerschaftlicher Basis zwischen einer Gemeinschaft (z. B. Mitglieder von NROs, Vertreter/-innen lokaler Wirtschaftsverbände) und der lokalen Verwaltung sind, bei denen Formen gesellschaftlicher Partizipation, wie Teilhabe, Mitentscheidung und Mitverantwortung, zur Anwendung kommen. Zentrale Entscheidungen treffen die Akteure also gemeinsam: Sie ermöglichen eine sinnvolle Raumplanung, pflegen die natürlichen Ressourcen, klären auf, planen die kurz- und langfristige Entwicklung, fördern Initiativen von unten usw. Aktivitäten wie diese leisten einen Beitrag zu wachsendem Bewusstsein und Engagement in der Gesellschaft. Sie steigern somit Problembewusstsein und Engagement der Bürger/-innen. Solche Bürger/-innen sind bereit zur Umsetzung der Ziele nachhaltiger Entwicklung.

Warum ist soziale Gleichheit gut für jedes Individuum?

Warum bin ich eher misstrauisch, wenn ich in England statt in Norwegen wohne? Warum werden in den USA im Schnitt verhältnismäßig mehr Drogen konsumiert als in den Niederlanden? Warum sind Teenager in Italien durchschnittlich schwächer im Lesen und Rechnen als in der Schweiz? Richard Wilkinson hat diese und weitere Fragen mit einem Begriff beantwortet: Ungleichheit. Seine Forschungsergebnisse beweisen, dass sozialer Wohlstand nicht auf materiellem Reichtum beruht, sondern auf dessen gleichmäßiger Verteilung. Gesellschaften mit einer großen Einkommensschere schaden jedem ihrer Mitglieder, auch den besserverdienenden. Entsprechend dieser Erkenntnis trägt nachhaltige Entwicklung und damit die Bildung für nachhaltige Entwicklung zur Verbesserung der Lebensqualität aller bei.

Bei den TED-Talks hat er seine interessanten Erkenntnisse präsentiert. Weitere Anregungen entnehmen Sie bitte der Publikation Jugend begegnet Zukunft.

 

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