Interkulturalität

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Was ist Kultur?

Mehrere Dutzend Definitionen des Begriffs „Kultur” lassen die Suche nach der einen, besten Erklärung widersinnig erscheinen. Kultur wird von Menschen geschaffen und prägt alle Bereiche ihres Lebens. Sie ist ein Produkt der Gemeinschaft, nicht des einzelnen Individuums, und wird von Generation zu Generation weitergegeben. Kultur beinhaltet ein System von Regeln, Normen, Ideen, Überzeugungen und Handlungsprinzipien. Viele Faktoren haben Einfluss auf die Kultur, z. B. das Klima, in dem die Menschen einer kulturellen Gemeinschaft leben, die Geschichte oder die Beziehungen mit benachbarten Kulturen. Kultur unterliegt somit ständigem Wandel.

Was ist Interkulturalität?

Die Feststellung, dass wir in unserem Verhalten, in der Weise, wie wir unseren persönlichen Alltag sowie die ganze Welt verstehen und in unseren Werten einfach „anders sind“, fällt nicht schwer.  Die eigene, erlernte Kultur als universal zu begreifen ist ein Irrweg. Am besten ist es, kulturelle Unterschiede persönlich zu erfahren und sich mit ihnen auseinanderzusetzen. Begegnungen mit einer anderen Kultur bringen häufig Überraschungen und Erstaunen mit sich. Sie kennenzulernen, zu verstehen und als genauso wichtig wie die eigene zu akzeptieren, ist Grundlage für eine erfolgreiche Kommunikation und vermeidet Stereotypisierungen. Interkulturalität kann als ein Raum „zwischen den Kulturen” verstanden werden. Hier haben wir Gelegenheit zu erleben, wie unterschiedliche Normen, Verhaltensweisen, Konsumgewohnheiten einander beeinflussen sowie Sprachen, Bräuche und Freizeitgestaltung kennenzulernen. Wir können uns auf die Suche nach gemeinsamen Schicksalsmomenten, Symbolen und Gepflogenheiten begeben. In diesem Raum hört das Fremde auf, fremd zu sein: Es wird interessant, schöpferisch und wertvoll.

Interkulturalität bei internationalen Jugendbegegnungen

Grundlage internationaler Projekte ist, dass sich ihre Teilnehmenden gegenseitig kennenlernen. Bereits vor der Begegnung selbst etwas über den Partner zu wissen ist dabei genauso wichtig, wie die gemeinsamen Aktivitäten. Eine Einschätzung auf der Grundlage von Hörensagen oder Betrachtung aller Angehörigen einer Kultur als gleichförmige Masse ist jedoch eine Falle, vor der wir warnen. Jede Begegnung mit einer anderen Kultur ist eine Gelegenheit sich kennenzulernen, Ansichten auszutauschen und eine Beziehung zueinander aufzubauen. Die Rolle des Teams ist es, Räume zu schaffen, in denen solche Beziehungen möglich sind. Wir ermuntern Sie daher, aktive Kennenlernmethoden einzusetzen, bei denen die Teilnehmenden miteinander ins Gespräch kommen – und ihnen Zeit zu geben, Gedanken und Standpunkte auszutauschen. Nutzen Sie Stereotypen, um diese zu hinterfragen ohne diese zu verfestigen und jedes „andere” Verhalten zu erklären.

 

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